Archiv der Kategorie: Sicherheit

Bremer Protected Bike Lanes: Geht nich gib’s nich!

Nach Corona (2): Wann bekommt Bremen geschützte Radfahrstreifen?

Kurz vor Ausbruch der Pandemie wurden in Bremen mehrere geschützte Radfahrstreifen („protected bike lanes“) angekündigt. Inzwischen sind wir in Deutschland mitten in der zweiten Welle des Infektionsgeschehens – mit einer Art „lockdown light“. Bereits während der ersten Welle wurden in vielen Städten weltweit und auch in zahlreichen deutschen Städten schnell und unkompliziert Radwege auf mehrspurigen Straßen eingerichtet. Damit haben diese Städte auf die veränderten Bedingungen und auf die veränderten Bedürfnisse ihrer Bürger während der Pandemie geantwortet.

 Dagegen hat Bremen bislang mit keinem einzigen Popup-Radweg auf die Pandemie reagiert.


Berlin, Kottbusser Damm: pop-up bike lane, Foto: Olaf Dilling

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Sielwall neu denken – ohne Durchgangsverkehr


Sielwall Ende des 19. Jahrhunderts, Foto: Privatbesitz Beatrix Wupperman

Der Sielwall ist endlich als Thema in der Politik angekommen. Hier rasen junge Männer mit überfrisierten Autos durch, das wird nun als Gefahr wahrgenommen. Jetzt sollen der Sielwall und alle vier Straßen, die auf das Sielwalleck münden, an den Wochenendnächten bis zu einer Länge von 80 Metern für den Autoverkehr gesperrt werden. Der Durchgangsverkehr soll raus, und das ist gut so. Aber für den Sielwall muss weiter gedacht werden, er braucht eine grundsätzliche Neugestaltung – für jeden Tag, nicht nur für das Wochenende.

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Zebrastreifen – keine Chance in Bremen?

 In Bremen gibt es kaum Zebrastreifen. Warum ist das so? Bieten sie Fußgänger*innen keine Sicherheit? Stören sie den Autoverkehr? Sind sie zu teuer in der Herstellung?

Zebrastreifen mit Mittelinsel am Hauptbahnhof, Foto: Richard Grassick

Zebrastreifen sind – genau genommen – ein Notbehelf an Orten, in denen der Kfz-Verkehr das städtische Verkehrsgeschehen dominiert. Sie sind Mitte letzten Jahrhunderts in Großbritannien entstanden. Zebrastreifen – keine Chance in Bremen? weiterlesen

Bremens erste Fahrrad-Premiumroute soll 2022 fertiggestellt sein

Endlich ist es soweit: Der Eintritt in das formelle Beteiligungsverfahren für die Fahrrad-Premiumroute „Wallring“ wurde heute von der Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (kurz: SKUMS) bekanntgegeben.

Der „Wallring“ ist der Teil des 43 km langen Premium-Radweges D 13 von Bremen Farge bis Mahndorf, der das Umfahren der Bremer Innenstadt für Radfahrere*innen auf eine komfortable und schnelle Art und Weise erlauben soll.  Auf der Pressekonferenz hob die Senatorin den Wallring  als Teil der neuen Realität und Zeichen für die Bremer Verkehrswende hervor.

Details und Gestaltungskonzept können der Pressemitteilung des Senates entnommen werden. Das nun folgende Beteiligungsverfahren soll zügig erfolgen, sodass der Baubeginn im Sommer 21 erfolgen kann und die Baumaßnahmen im Herbst 22 abgeschlossen werden können.

Fahrradfahren auf der Fahrbahn?

Nein! Mehr Platz für alle Menschen ohne Motor!

Irgendwas stört mich an der Vorstellung, dass man/frau als RadfahrerIn auf der Fahrbahn fahren „soll“. Dadurch wird das Fahren stressiger und gefährlicher, wenn man automatisch „ungleich“ auf das „Spielfeld Mischverkehr“ gezwungen wird und der/die „schwächere“ (und diesen Begriff find ich äußerst problematisch) VerkehrsteilnehmerIn ausgeschlossen wird. Wer mit Kindern unterwegs ist, muss auf die viel zu engen Bürgersteige ausweichen, oder wer sich im Mischverkehr nicht wohlfühlt, fährt dann gar nicht Rad oder sogar lieber Auto.  Die Konflikte, der Stress, wären nicht vorhanden, wenn es ausreichende Infrastruktur für alle „aktiven“ Verkehrsmittel gäbe. Fahrradfahren auf der Fahrbahn? weiterlesen

Parking Day: Bremer Verkehrshölle wird zivilisiert

Die Friedrich-Ebert-Straße in der Bremer Neustadt ist stark verkehrsbelastet, besser gesagt: Eine vierspurige Verkehrshölle .

An dieser Straße wohnen Menschen, die tagtäglich unerträglichem Lärm und Gestank ausgeliefert sind. Denn diese 30 m breite Straße mit Ausweitung auf 60 m kurz vor der Wilhelm-Kaisen-Brücke bietet viel Platz für alles, was vier und mehr Räder hat.

FußgängerInnen und RadfahrerInnen dagegen müssen sich den knapp bemessenen (4 m) Bürgersteig teilen. Die Fahrbahn kann von ihnen nur an wenigen Stellen sicher überquert werden.


Friedrich-Ebert-Straße: Wenig Platz für den Alltagsradverkehr, Foto: Wolfgang Köhler-Naumann

Ist das noch zeitgemäß, muss das so sein?  Wir finden: Nein, und wollten zeigen, dass es auch anders geht. Parking Day: Bremer Verkehrshölle wird zivilisiert weiterlesen

Habemus “Protected Bike Lanes”: Ein Friedensangebot?!

Wer sich um Verkehrspolitik kümmert, wird zwangsläufig immer wieder mit dem Thema Sicherheit konfrontiert. Mit Sicherheitsargumenten werden Radwege abgelehnt, aus genau dem Grund werden sie gefordert. Fahren im Mischverkehr wird von Einigen aus Sicherheitsgründen empfohlen und von Anderen vehement abgelehnt.


Demonstration für einen Radweg an der Danziger Strasse in Berlin. Veranstalter: Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow, 5.7.2017  (Foto: Changing Cities / Norbert Michalke)

Beim Fahrradfahren geht es um sogenannte objektive Sicherheit versus subjektivem Komfortgefühl, in den Niederlanden wird eine „nachhaltige Sicherheit“ empfohlen, Kopenhagen setzt vorrangig auf „subjektive Sicherheit“. Und jetzt kommt auch noch der/die/das „Protected Bike Lane“(zu Deutsch: Geschützte Radfahrstreifen) als neue Variante. All dies ist schon ziemlich verwirrend und bedarf der dringenden Klärung.

Worum geht es hier eigentlich? Wer sagt was und warum?

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Berliner Volksentscheid Fahrrad: Von der Graswurzelbewegung zum Mobilitätsgesetz


Am 28. Juni 2018 verabschiedete das Berliner Abgeordnetenhaus das Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mobilitätsgewährleistung, kurz MobiG. Dem ging eine über zweieinhalb Jahren andauernde Kampagne der Initiative Volksentscheid Fahrrad in Berlin und ihrem Trägerverein Changing Cities e.V voraus.


Sit-in des Volksentscheid Fahrrad an der Oranienstrasse, 22.10.17

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Männer und Frauen – Der kleine Unterschied beim Radfahren

„Das Bicycle hat zur Emanzipation der Frauen aus den höheren Gesellschaftsschichten mehr beigetragen als alle Bestrebungen der Frauenbewegung zusammengenommen,“ schrieb die österreichische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Rosa Mayreder (1858 – 1938).

Englische Radrennfahrerinnen 1

Die ersten Radfahrerinnen stammten aus reichen Familien und nutzten die Möglichkeiten den einschränkenden Sitten und Gebräuchen zu entfliehen. Es war eine neue Freiheit, die den Frauen durch das Rad möglich war. In Bremen waren es Ricarda Huch und Aline von Kapff, die sich vor weit über 100 Jahren mit ihrem Fahrrad ihre Freiheit eroberten.

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Aus Elternsicht: Autofahrer ohne Rücksicht

Sonntagabend – wir kamen vom Schwimmen – sind meine achtjährige Tochter und ich beinahe von einem Auto überfahren worden, als wir – völlig legal – die Straße überquerten, in die der Fahrer nach links einbog.


An der Ecke Kornstraße/Kirchweg

Das passiert uns ziemlich oft, denn die Verkehrskontrollen in Bremen sind eher lasch, und AutofahrerInnen lassen ihre Frustrationen leider oft an den „Schwächeren“ aus.Diesmal passierte es an der Ecke Kirchweg/Kornstraße in der Bremer Neustadt nur wenige Meter von unserer Haustür entfernt.

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