Platz Da! – Kompromiss Verabschiedet

Platz da! Bremen hat 6.000 Unterschriften in der Hansestadt gesammelt und endlose Debatten mit PolitikerInnen geführt, um mehr Platz in Bremen für alle Menschen zu schaffen. Platz da! hat für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung gekämpft, für die Abschaffung des aufgesetzten Parkens auf Fuß- und Radwegen, für ein tatsächliches Durchsetzen von Parkverboten und für eine Verkehrswende. Das „flächendeckende“ war nicht durchsetzbar, aber immerhin soll die Parkraumbewirtschaftung in Mitte, Östliche Vorstadt, Schwachhausen, Findorff, Walle und der  Neustadt eingeführt werden. Ein hartes Stück Arbeit – leider vor allem gegen den Widerstand der SozialdemokratInnen – aber am 17. November 2020 hat die Bürgerschaft dies nun verabschiedet. Zur Ermahnung und Erinnerung für die Abgeordneten kamen die AktivistInnen zur Bürgerschaft: Platz da!

6 Gedanken zu „Platz Da! – Kompromiss Verabschiedet

  1. Wenn man selbst nicht Auto fährt ist das immer schön zu sagen.

    Fair wäre es nur (natürlich entsprechend geringer, etwa 1/5 vom KFZ), wenn Fahrräder auch im öffentlichem Raum zahlen müssten. Immerhin nehmen Sie auch nicht anderweitig nutzbaren Platz weg.

    Es ist halt von Leuten, die das Auto selbst nicht nutzen und das kann man auch verstehen. Aber Politik ist halt für alle da, dann braucht man sich nicht wundern (auch für Autofahrerende), wenn Maximalforderungen nicht erfüllt werden.

    Das Auto selbst ist für viele einfach das beste und flexibelste Verkehrsmittel der Wahl. Das muss halt auch respektiert werden, anstatt alle Autos einfach zu verteufeln.

    1. Lieber Marcel, das Auto trägt leider gar nicht zur Bewältigung der Klimakrise bei, es nimmt überproportional viel Platz weg, stinkt, macht Lärm und ist gefährlich. In den Städten ist es einfach völlig überholt. Ich staune immer wieder, warum Leute in den Bremer innenstadtnahen Wohnquartieren überhaupt noch ein privates Auto besitzen. Die meisten Autos stehen dort tagelang rum, ohne bewegt zu werden. “Ich bin auf mein Auto angewiesen” wäre noch zu beweisen. Welche Kriterien legen wir an? Und warum nicht stattdessen Carsharing nutzen? Nein, sorry, es geht nicht um verteufeln, es geht um Vernunft.

      1. Ihre Art der Vernunft. Das ist genau das, was ich meine. Es gibt halt viele Leute, die das anders sehen, halt auch Leute wie ich.
        Und klar, das Auto kann, sollte und muss sauberer werden, keine Frage.

        Aber das Prinzip Auto ist für mich und auch für viele andere einfach das beste Verkehrsmittel. Jederzeit verfügbar, ob für 5 oder 500km, wetterfest, Privatssphäre. Das sind alles Dinge, die Fahrrad und ÖV und auch Sharing auf Grund ihrer Struktur niemals ersetzen können.
        Es bietet halt den maximalen Komfort, deshalb erfreut es sich auch großer Beliebtheit.
        Ich erwarte auf dieser Seite hier auch keine Zustimmung, warum auch, es ist halt eine Anti-Auto-Seite und wenn man selbst keines hat oder auch haben will ist das für mich auch ok und nachvollziehbar.
        Warum ich nur gern hier schreibe ist sicherzustellen, dass es auch klar ist, dass Leute es anders sehen können und keine “Blase” von gefühlter Maximalzustimmung entsteht.

        1. Vorab: Wir sind hier keine Anti-Auto-Seite sondern eine Pro-Lebensqualität-Seite, das ist ein gewaltiger Unterschied: Wir bloggen für Liveable Cities!!

          Ich freue mich über diese Offenheit über die eigenen Bedürfnisse. Und ich verstehe alle diese Gründe für das eigene private Auto sehr gut. Und jetzt kommt das große ABER: Das “Prinzip Auto” hat seinen Sinn in Gegenden, in denen es keinerlei Alternative gibt, keinen ÖPNV, keine Radwege, kein Carsharing: z.B. in Südfrankreich, mitten in der Pampa. Aber unsere Städte sind für die Autoflut nicht gebaut, und es gibt akzeptable Alternativen (ÖPNV, Fahrrad, Carsharing). Wer weiterhin ohne triftigen Grund (Wer ist denn nun wirklich auf sein/ihr Auto “angewiesen”?) darauf besteht, in hochverdichteten Räumen ein Privatauto abstellen zu wollen, muss sich die Kosten hierfür anrechnen lassen. Auch die externen Kosten, das sind nämlich die, die ich oben angedeutet habe: Lärm, Dreck, Platz, Gesundheit (auch die eigene) u.v.m.. Wer in einer Gesellschaft lebt, hat auch Verantwortung, nur so funktioniert es. Und wer dann nur nach seinem eigenen persönlichen Komfort sucht, lebt in der falschen Komfortzone.

          Beispiel: Kinder brauchen sicheren Platz zum Spielen, das geht am besten “draußen und umsonst”. Autos wollen irgendwo geparkt werden, und wer sich ein Auto anschafft, sollte vorher klären, wohin damit. Jedenfalls nicht dahin, wo eigentlich alle anderen gehen oder einfach spielen wollen.

          Wichtig ist, auch mal die Perspektive zu wechseln. Das ist übrigens gar nicht so schwer. Und ohne eigenes Auto leben kann sehr erleichternd sein. Das sage ich aus eigener Erfahrung als Viertel-Bewohnerin.

          1. Natürlich ist das eine Anti-Auto-Seite, wie Ihre Ausführungen später ja Bestätigen. Und ich finde das wie gesagt auch in Ordnung und sehe mir die anderen Perspektiven gerne an.
            Aber ich persönlich werde nie auf das private Auto verzichten, da eben der ÖV und Fahrradfahren oder Carshing nutzen für mich keine akzeptable Alternative ist.
            Und wie ich ebenfalls angedeutet habe ist Lärm und Dreck natürlich zu verbessern. Das Platzproblem ist da, keine Frage. Aber hier kann man ja über Tief- oder Hochgaragen nachdenken. Und die eigene Gesundheit sollte nun wirklich Privatsache bleiben. Ich fühle mich doch sehr gesund.
            Und zu Ihrem Beispiel: Ich habe als Kind immer in den Parks gespielt, man muss nicht den Anspruch haben, direkt vor der Tür spielen können. Dann sollte man auch lieber in die “Pampa” mit riesen Grundstück ziehen.
            Und ich bin wieder ehrlich – ich habe lieber parkende Autos vor der Tür, die keinen Muks machen, als spielende Kinder. Dafür gibt es halt Spielplätze.

            Dass Sie kein Auto besitzen / besitzen wollen ist für mich völlig in Ordnung. Für Sie leider nicht, dass andere eines besitzen möchten, das finde ich schade, wundert mich aber auch oft nicht.

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